Radar-Bewegungsmelder einfach erklärt
Wie ein Radar-Sensor (mmWave) Menschen erkennt, warum er auch Stillsitzende bemerkt, was er nicht sieht und wie er sich vom klassischen Bewegungsmelder unterscheidet.
Das Wichtigste in Kürze
- Radar misst das Echo sehr schwacher Funkwellen. Bewegt sich etwas, ändert sich das Echo.
- Es erkennt Menschen auch, wenn sie still sitzen, und das im Dunkeln.
- Es liefert keine Bilder. Gesichter oder Kleidung kann es nicht erkennen.
Radar kennt man vom Flughafen oder aus dem Auto. Inzwischen gibt es Radar-Sensoren so klein wie eine Briefmarke. Sie stecken in Lampen, in Heizungsreglern und in Alarmanlagen. Hier steht, wie sie funktionieren.
Wie funktioniert ein Radar-Sensor?
Der Sensor sendet sehr schwache Funkwellen aus, ähnlich wie ein Lautsprecher Töne aussendet. Treffen die Wellen auf etwas, werfen sie ein Echo zurück. Der Sensor vergleicht laufend die Echos. Bewegt sich etwas im Raum, ändert sich das Echo, und der Sensor weiß: Da ist jemand.
Weil er misst, wie lange das Echo braucht und aus welcher Richtung es kommt, kann ein Radar auch sagen, wie weit entfernt und in welcher Richtung sich etwas bewegt. So entsteht ein Punkt auf dem Grundriss.
Was bedeutet „mmWave“?
mmWave heißt Millimeterwelle. Sensoren für drinnen arbeiten meist bei 24 oder 60 Gigahertz. Bei 60 Gigahertz sind die Wellen nur etwa 5 Millimeter lang. Das macht die Sensoren sehr genau: Viele bemerken schon das Heben und Senken des Brustkorbs beim Atmen. Deshalb erkennen sie auch Menschen, die ruhig auf dem Sofa sitzen.
Radar oder klassischer Bewegungsmelder?
| Klassischer Bewegungsmelder (PIR) | Radar (mmWave) | |
|---|---|---|
| Person bewegt sich | erkennt sie | erkennt sie |
| Person sitzt still | meist nicht | erkennt sie |
| Dunkelheit | funktioniert | funktioniert |
| Sonne, Heizung, warme Luft | kann stören | stört kaum |
| Wo im Raum? | nein | ja, als Punkt |
| Hinter einer Abdeckung | braucht ein Fenster aus Spezialkunststoff | sieht durch dünnen Kunststoff |
| Bild der Person | nein | nein |
Was ein Radar nicht sieht
- Keine Gesichter, keine Kleidung: Das Radar weiß, dass jemand da ist und wo. Wer es ist, kann es nicht erkennen.
- Nicht durch Wände: Wellen mit 60 Gigahertz werden von Mauern stark geschluckt. Ein Sensor überwacht deshalb den Raum, in dem er hängt. Dünner Kunststoff, etwa das Gehäuse, ist dagegen fast durchsichtig.
- Keine Gedanken: Ob jemand ein Einbrecher ist oder die Katze, muss die Software anhand von Größe, Bewegung und deinen Einstellungen entscheiden. Ganz ausschließen lassen sich Fehlalarme durch Tiere nicht.
Ist die Strahlung gefährlich?
Die Sendeleistung solcher Sensoren ist sehr gering. Funkgeräte, die in der EU verkauft werden, müssen die Grenzwerte zum Schutz der Gesundheit einhalten. Das prüft ein Labor, bevor ein Gerät mit CE-Zeichen in den Handel kommt.
Und der Datenschutz?
Weil es keine Bilder gibt, ist Radar deutlich weniger heikel als eine Kamera. Trotzdem sind die Daten persönlich: Sie zeigen, wann jemand zu Hause ist. Bei DigitalKaJe werden sie deshalb nur verschlüsselt übertragen, liegen auf einem Server in Deutschland, und die Positionen im Raum werden nicht gespeichert.
Wofür man Radar-Sensoren nutzt
Licht, das nicht ausgeht, wenn man still am Schreibtisch sitzt. Heizung, die merkt, dass niemand im Raum ist. Und Alarmanlagen, die einen Einbruch bemerken, ohne zu filmen. Wie das zusammen aussieht, zeigt der Ratgeber Alarmanlage ohne Kamera.